querkeks - Das Web, das Leben und der ganze Rest

Mein Handy und ich

Ok, erstes Posting nach dem Blogneubeginn. Ich sollte über etwas Wichtiges und Weltbewegendes schreiben. Über mich? Nee, das hab ich ja hier schon getan. Über meine Familie? Mmmh, das kommt zu gegebener Zeit, wenn ich mich entschieden habe, wieviel Privates ich hier preisgeben möchte. Das Wetter? Zu banal und smalltalkig (ich möchte nicht ausschließen, in Zukunft auch mal übers Wetter zu jammern, aber so als erster Beitrag zum Eintritt in die Blogosphäre… näää).

…und die Mutter blicket stumm auf dem ganzen Tisch herum…

Ha! Eine Idee!

Ich leide wie so viele andere Menschen an einer Sucht: ich fühle mich abhängig von meinem Handy.
Ohne Smartphone aus dem Haus gehen? Maximal für die Fahrt zum Kindergarten. Nee, eigentlich nicht mal das. Es ist schließlich auch Armbanduhrersatz und zeigt mir, dass wir wie immer zu spät dran sind.
Mein treuer Begleiter (ein solides Samsung Galaxy S3 übrigens) ist Wecker, Kinderbespaßer (der unvermeidliche Tagesstart lässt sich mit ein paar Clips aus der Sendung mit der Maus noch um ein paar Minuten herauszögern), Wetterbericht, Kontaktmöglichkeit zur Außenwelt (sehr wichtig, wenn man als sozial veranlagter Mensch im einsamen Homeoffice vor sich hin brütet), Selbstdarstellungsinstrument (WordPress, Facebook – für mehr Selbstdarstellung gibt es in meinem Leben derzeit keine Zeit), Buchersatz, Nachrichtenquelle, Fotoapparat, Videokamera, Recherchetool, Spielkonsole, Kalender, Zeittotschlagmöglichkeit, Shopping-Tool, Nervenberuhiger (ok, die komischen Pickel beim Kleinkind sind keine Masern sondern nur 3-Tage-Fieber), externes Gedächtnis (ich empfehle die App Evernote), Preisevergleicher, mp3-Player und Fernseher (youtube, Watchever und snapbysky lassen grüßen).

Gefühlt gibt es ja für jedes Problem eine App.
Neulich fragte ich mich, ob es denn wohl möglich wäre, den Herzschlag mit dem Handy zu messen. Zack, spuckt die Suche nach “heart rate monitor” im Play Store Dutzende Ergebnisse aus. Da haben es schlaue Entwickler doch tatsächlich geschafft, die Kamera des Smartphones so zu nutzen, dass der Puls gemessen werden kann. App starten, Finger auf die Kamera (meist wird automatisch das Kamera-Licht dazu angeschaltet) *pieppieppiep* – fertig! Ich habe mit einem echten Pulsoximeter nachgemessen – die Ergebnisse sind ziemlich genau. Einziger Wermutstropfen: die Kamera ist dann voller Fingertatzen und bedarf einer Putzaktion… irgendwas ist ja immer.

Halten wir also fest: so ein kleines hübsches Gerät und sooo viele Möglichkeiten.

Nicht auszudenken, wenn es kaputt oder weg wäre. Diese Angst hat übrigens einen Namen (wie ich neulich in diesem interessanten Artikel gelernt habe): Nomophobie –  die Abkürzung des englischen Begriffs „no mobile phone phobie“. Darunter leide ich ganz eindeutig.
Jedes Mal, wenn es mir mal wieder runterfällt (und das passiert irgendwie recht häufig), ist da dieser kurze Schreckmoment “Mist, hoffentlich ist das Display heil geblieben. Spideman-App wär jetzt eeecht suboptimal!” Aber bislang ging alles gut *klopftdreimalaufdenPressspanholzschreibtisch* (ja, ich bin ein klitzeklitzekleines bisschen abergläubisch ;-)).